warum Pferde an Blättern, Zweigen, Knospen und Rinden nagen

und sie lustvoll fressen

Vor zweieinhalb Millionen Jahren war Amerika so weit nach Wes­ten gewandert, dass es mit Asien kollidierte. Es bildete sich eine Landbrücke, die wir heute als Inselkette der Beringstraße kennen. Sie lag damals trocken, denn es war Eiszeit. Das Eis hat den Meeresspiegel stark absinken lassen. Die Verbindung nach Westen (Eurasien), war offen. Pferde verschiedener Gattungen wanderten nach Westen und besiedelten Eurasien. Aber nur eine einzige Gattung, die vor ca. 800.000 Jahren diesen Weg antrat, hat überlebt:

Equus caballus

die Urpferdchen waren Blatt-, Knospen-, Rinden- und Früchtefresser

Steppen oder Savannen im Sinne von ausgedehnten Graslandschaften, hat es im Norden und Westen Europas nicht gegeben.

An die Bedingungen der Eiszeite haben sich die westeuropäischen Pferde über viele hunderttausend Jahre angepasst. Sie fraßen Gräser, Flechten, Zwergsträucher, die Spitzen von Nadelbäumen und in den kurzen Sommermonaten die reich blühenden Blütenpflanzen. Dort wo es Laubbäume gab und ganz sicher in den wärmeren Waldzeiten kamen dann die Knospen, Rinden und Blätter vieler Laubbäume als wichtige Nährstofflieferanten dazu.
Gerne fraßen sie Hagebutte, Brombeere, Waldbodendecker und gruben auch Wurzeln und Knollen aus. All das fressen Pferde auch heute noch, wenn man sie lässt,

denn alle unsere Hauspferde stammen von dem Equus caballus ab.

 

Das magische Futter

Wie könnte also das natürliche Futter unserer Pferde aussehen?

So wie die Herkunft könnte auch das Futter aussehen. Gemischt, von allem etwas: Tundra, Wald und Steppe. Fangen wir oben an: Äste - also Rinden, Blätter, Knospen und Blüten der Bäume, Sträucher, auch mit ihrem Holzanteil. Dann Gräser in ihrer ganzen Vielfalt sowie auch Kräuter, Früchte, Samen, Knollen und Wurzeln. Das ist das gesamte Nahrungsspektrum.
Jeder kann daraus für die Ernährung und die Gesundheit seiner Pferde die nötigen Schlüsse ziehen.

 

Magie - direkt vor unserer Haustüre

Jede Region auf unserer Erde hat ihre eigenen Heilpflanzen, die sie uns kostenlos zur Verfügung stellt:

 

Das Institut für Ökologischen Landbau in Trenthorst hat unter der Leitung von Professor Gerold Rahmann 2002 den Mineralstoff- und Spurenelementgehalt in Sträuchern, Hecken und Bäumen untersucht.

Man fand heraus, dass die Menge der Elemente Calcium, Kalium und Phosphor in den Baumrinden der im Gras oder Heu vergleichbar ist, jedoch der Anteil an Spurenelementen in den Rinden ungleich höher. Die Rinden liefern außerdem auch zahlreiche sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Diese Untersuchungen liefern uns wertvolle Informationen und helfen uns zu begreifen, warum Pferde an Knospen, Blättern, Zweigen und Rinden nagen und sie lustvoll fressen. Daraus können Konsequenzen für die Fütterung gezogen werden.

Viele Bäume und Sträucher in unserer Landschaft sind als Futter geeignet.

Haltet euch beim Verfüttern von Rinden, Blättern, Knospen und Früchte an die hier besprochenen Bäume und Sträucher, dann geht ihr kein Risiko ein.

 

  • Haselnuss: Blatt und Rinde haben einen hohen Gehalt an Calcium, Mangan und Eisen. Besonders die Knospen (Kätzchen) sind reich an Aminosäuren, den Bausteinen der Eiweiße. Die Hasel. verbessert die Blutgerinnung, wirkt also blutungsstillend, sie reinigt das Blut und erhöht den Blutdruck. Blätter, Knospen und Rinde werden innerlich und äußerlich bei Geschwüren eingesetzt.

  • Walnuss: Die Blätter sind reich an Kalzium, Phosphor und Magnesium. In den Blättern sind 10 % Gerbstoffe enthalten, dazu Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, ätherische Öle. Sie wirken antibakteriell und antiviral, besonders gegen Staphylokokken, Streptokokken sowie Herpesviren. Zur Bekämpfung von Darmparasiten haben sich Nussbaumblätter bewährt, auch bei Durchfällen und Kotwasser. Blätter werden in kleinen Mengen gerne gefressen.

  • Heckenrose / Hagebutten: Hoher Kaliumgehalt im Laub und den jungen Zweigen. Die reifen Hagebutten enthalten zehnmal soviel Vitamin C wie die vergleichbare Menge Zitronen, den B-Komplex, Betacarotin und Vitamin K1. Ein Galaktolipid in den Hagebutten wirkt stark entzündungshemmend und hat sich bei Gelenkproblemen und Arthrose hervorragend bewährt. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Hagebutte sind die Haare der Kerne: sie sind ein hochwirksames Mittel gegen Darmwürmer. Würmer mögen keine Haare. Pferde und Wölfe haben das ganz sicher „gewusst“. Deshalb sollte von den Hagebutten nach Möglichkeit immer alles verfüttert werden.

    Wegen der gefäßerweiternden Wirkung sorgen Hagebutten für eine gute Durchblutung der Huflederhaut und unterstützen das Hufwachstum.

  • Birke: Birkenblätter sind reich an Calcium und Zink, sie wirken leicht desinfizierend und erhöhen die Harnausscheidung, helfen aber nicht bei Wasseransammlungen im Gewebe. Birkenblätter werden darum in Nierentees mit anderen Kräutern kombiniert. Birkenrinde wirkt keimhemmend, deswegen wurden früher Gefäße zum Aufbewahren von Lebensmitteln
    aus Birkenrinde hergestellt. Eine besondere Rolle spielt dabei das Betulin, es wirkt antibakteriell und virostatisch, es schützt die Leber und hemmt Tumorwachstum.

  • Brombeere: Brombeerblätter stehen das ganze Jahr zur Verfügung, Pferde fressen sie gerne und können sie ausgesprochen geschickt abweiden. Brombeerblätter enthalten Gerbstoffe, Flavon, Vitamin C und Zitronensäure, sie haben einen hohen Kalzium, Kalium und Mangangehalt.
    Die Gerbstoffe wirken auf alle Schleimhäute des Organismus, sie stärken die Darmflora und werden besonders bei Durchfällen gegeben. Wegen ihrer keimhemmenden und antiviralen Wirkung (Herpes simplex und Grippeviren) sollten sie Pferden immer wieder zugefüttert werden. Brombeerblätter kann man das ganze Jahr über ernten.

  • Holunder: Blätter und Rinde sind reich an Kalium, Eisen, Zink und Calcium. Enthalten sind Gerbstoffe, Harze, Sambucin, Cholin, Flavonoide und Bitterstoffe. Wegen des Gehaltes an Sambunigrin, ein Blausäure-Glycosid, das aber bei der Trocknung abgebaut wird, werden Blätter und Rinde kaum genutzt, obwohl sie besonders reich an Spurenelementen sind. Bei rheumatischen und fiebrigen Erkrankungen werden die Blüten eingesetzt, sie wirken schweißtreibend und entwässernd. Die Schwarzen Beeren sind reich an Vitaminen und Antioxidantien. Der schwarze Holunder hat einen unverwechselbaren Geruch. Die Ausdünstungen des Holunderbaums vertreiben Insekten. Pferde stellen sich deswegen gerne unter Holunderbüsche, da sich dort wenige Insekten aufhalten.

  • Weide, verschiedene Arten Weißweide, Silberweide, Korbweide und andere Weiden: Weiden sind bekannt für ihre blutverdünnende und schmerzlindernde Wirkung. Das liegt an den enthaltenen Salicylaten in Blättern und Rinde. Den höchsten Gehalt in der Rinde findet man im Februar und März, anschließend dann in den Kätzchen und danach im Blatt in den ersten sechs Wochen nach dem Austrieb. Salicylate sind die Vorstufen der Acetyl-Salicylsäure, dem bekannten Schmerzmittel. Da die natürlichen Salicylate erst im Darm aufgenommen werden und in der Leber in Acetyl-Salicylsäure verstoffwechselt werden, kann die Weide die volle Wirkung entfalten, ohne die Magenschleimhaut anzugreifen, wie es die synthetisch hergestellte Actylsalizylsäure häufig tut. Die Wirkung der Rinde ist stärker als es dem Salicingehalt entspricht, daher werden unterstützende Wirkungen anderer Inhaltsstoffe vermutet. Die Naturheilkunde kennt dies Phänomen, dass Wirkstoffkomplexe aus Pflanzen harmonischer und konzentrierter wirken als die synthetischen Reinstoffe. Blätter, Rinde und Blüten haben einen hohen Gehalt an Selen, Mangan und vor allem Zink.

 

Gegenwart und Lüge

Man erzählt uns heute ständig, unsere Pferde seien Steppentiere und als solche seien sie Grasfresser. Diese Argumentation ist einfach und passt vor allem denen in den Kram, die heute nichts anderes als Gras und daraus hergestelltes Futter (Heu, Silage/ Heulage) anzubieten haben.

Diese einseitige Ernährung wird mit Mineralfutter aufgepeppt, welches durch alle möglichen synthetische und anorganische Stoffe aufgewertet wird von denen man bis heute nicht genau weiß, wie sie verstoffwechselt werden. Dieses Bild wird abgerundet mit zu wenig Bewegung - Pferde sind und bleiben Lauftiere.


Die vielen Krankheiten heute sprechen eine deutliche Sprache: Rehe, Ekzeme, Husten, Allergien, EMS, Cushing, Ödeme und Darmprobleme bis hin zu Koliken.

 

 

Eine wahre Geschichte

Ich kaufte für Laudi-Jane mal ein Biologisches-Pferde-Futter. Laudi mochte es nicht. Ich war natürlich enttäuscht und dachte "sie wird es über Nacht schon noch fressen". Am nächsten Morgen hatte sie drauf gekackt - ganz gezielt in den Futternapf.

FAZIT: Beginnt mit jeglicher Art von ungewohntem Futter in kleinen Mengen welches ihr unter das gewohnte Futter mischt. Das ist auch wichtig um Koliken oder Durchfall vorzubeugen. Denn Pferde reagieren bei Futterumstellungen oft empfindlich.

 

 

 

 

 

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